Mittwoch, 30. September 2009

Und plötzlich doch "Elektro"?



Ich mag elektronische Musik.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich beispielsweise sehr für Silke Bischoff, Kraftwerk, Depeche Mode und die Capricorns erwärmen kann. Man kann dabei also sicherlich eine Tendenz in Richtung Wave, Minimal und Synthpop erkennen - und mehr oder weniger schwarz ist wohl auch das meiste.

Und zugegebenermaßen: Dann und wann verirrt sich auch mal der eine oder andere EBM-Klassiker in meine Playlist, und auf the Prodigy stehe ich, seit ich sie 1992 das erste mal auf MTV gesehen habe und besonders seit sie in den Folgejahren immer düsterer geworden sind und eh in keine Kategorie passen.
Was ich nicht leiden kann, ist der größte Teil der elektronischen Musik, die man in modernen Clubs der schwarzen Szene so um die Ohren gehauen bekommt. Zum einen weil es meist nur nervtötend plumper und aggressiver Techno mit kindischen Proll-Texten ist, zum andern weil diese Ohrenfolter zudem in der Regel als irgendwie "Gothic" verkauft wird.

So könnte man meinen, dass ich ein YouTube-Video ganz schnell wegklicken würde, das von einer Band namens "Electronic Suicide" stammt und in dem man nur ein CD-Cover mit viel Düsternis und neonfarbenen Lichtblitzen sieht, während in den ersten 65 Sekunden des 2002 erschienenen Songs nur reichlich technoide Sounds zu hören sind.
Aber damit hätte ich dann echt etwas verpasst!

Dienstag, 29. September 2009

Review: Boulevard-Bericht



Es sind ein paar Tage vergangen, in denen ich die taff-Reportage (vergleiche Post vom 24.09.09) mehrfach sehen und meine Eindrücke ein wenig habe sacken lassen können - nun wird es Zeit für ein Résumé:

Als ich vor einer Weile einen Anruf bekam, in dem mir erzählt wurde, man suche noch einen repräsentativen männlichen Goth für eine Fernsehreportage über die Szene, und man habe dabei an mich gedacht, da habe ich mich schon geschmeichelt gefühlt. Dann erinnerte ich mich, auf welchem Niveau die meisten vergleichbaren Reportagen sich bewegten, die ich bis dato gesehen hatte und war mir plötzlich nicht mehr so sicher, ob es wirklich eine so gute Idee ist. Denn bislang hat man in solchen Reportagen doch eher dümmliche Clichées bedient, die Szene generell in einem wenig schmeichelhaften Licht präsentiert oder doch zumindest völlige Hohlroller irgendeinen Blödsinn erzählen lassen.

Doch all das nahm ich dann eher zum Anlass mir zu sagen: Das mache ich jetzt besser - das ist jetzt eine Gelegenheit, mal mit Vorurteilen aufzuräumen und der breiten Masse zu vermitteln, wie vielschichtig und tiefgründig die Szene ist oder doch zumindest sein kann - welche Motive dahinter stehen, und welche jahrhunderte alten künstlerische Traditionen in der Szene weiterleben und neu aufblühen.

Donnerstag, 24. September 2009

Szene im Boulevard-TV


Kaum habe ich diesen Weblog eröffnet und weiß eigentlich noch garnicht so konkret, wie mein erster Beitrag aussehen soll, da bekomme ich eine SMS mit dem Hinweis, ich solle heute zwischen 17:00 und 18:00 Uhr die bekannte Boulevard-Fernsehsendung taff anschalten, wegen eines Berichts über die Gothic-Szene. Ein weiterer schlechter TV-Bericht, in dem Clichées bedient und Vorurteile vertieft werden - so könnte man meinen. Und ich hoffe inständig, dass dem nicht so ist. Denn wenn auch diese Berichterstattung so oberflächlich und negativ rüberkommen sollte, dann fällt das ganz konkret und persönlich auf mich zurück - denn einer der beiden Gruftis, die einen Tag lang von einem Kamerateams begleitet wurden, bin ich.